Bitterkräuter - Erfahrungen aus der Heilpraxis
Funktionelle Verdauungsstörungen zählen zu den häufigsten Beschwerden in der naturheilkundlichen Praxis. Viele Patienten leiden unter Symptomen wie Meteorismus, Flatulenz, Völlegefühl, Übelkeit oder Appetitlosigkeit. Ursachen wie Stress, Bewegungsmangel sowie ungünstige Ernährungsgewohnheiten tragen dazu bei, dass der Verdauungstrakt aus dem Gleichgewicht gerät. Eine wichtige Rolle in der naturheilkundlichen Behandlung spielen digestionsfördernde Heilpflanzen, insbesondere solche, die Bitterstoffe enthalten.
Die Bedeutung der Bitterstoffe
Bitterstoffe, auch Amara genannt, sind chemische Verbindungen, die durch ihre Geschmacksreize die Verdauungsdrüsen zu erhöhter Aktivität anregen. Dazu zählen Terpene, Sesquiterpene, Bitterstoff-Glykoside, Steroide, Bittersäuren und Alkaloide. Sie werden in drei Gruppen eingeteilt:
- Amara pura: reine Bitterstoffdrogen wie Enzian, Tausendgüldenkraut, Bitterklee und Benediktenkraut
- Amara aromatica: Bitterstoffe kombiniert mit ätherischen Ölen, etwa in Wermut, Kalmus, Schafgarbe und Engelwurz
- Amara acria: Bitterstoffe mit Scharfstoffen wie in Ingwer und Galgant
Besonders hohe Bitterwerte finden sich in Enzianwurzel und Wermutkraut. Bitterstoffe wirken am besten, wenn sie als Tinktur mit warmem Wasser etwa 30 Minuten vor dem Essen eingenommen werden. Bereits ihr Geruch stimuliert die Verdauungsdrüsen. Zudem tragen sie zu einem schnelleren Sättigungsgefühl bei.
Das Präparat „Bio 7 Kräuter“
Der Autor Peter Schwarz beschreibt aus seiner Praxis positive Erfahrungen mit dem Präparat „Bio 7 Kräuter“, welches als Pulver, Tropfen oder Kapseln erhältlich ist. Die darin enthaltenen Pflanzen ergänzen sich laut Text synergistisch. Einige der wichtigsten Bestandteile werden im Folgenden vorgestellt.

Wermut (Artemisia absinthium)
Wermut, ein Korbblütler, war ursprünglich in Osteuropa, Afrika und Asien verbreitet. Seine Bitterstoffe, darunter Absinthin und Artabsin, sowie ätherische Öle wirken antimikrobiell, appetitanregend und fördern die Sekretion von Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber. Er wird bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden und Gallenwegstörungen eingesetzt.
Schafgarbe (Achillea millefolium)
Die Schafgarbe enthält ätherische Öle, Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe. Sie wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und spasmolytisch. Innerlich wird sie bei Appetitlosigkeit und leichten Magen-Darm-Krämpfen angewendet. Äußerlich kann sie in Sitzbädern bei krampfartigen Beschwerden im kleinen Becken eingesetzt werden. Eine Kontraindikation besteht bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler.
Wacholder (Juniperus communis)
Die Wacholderbeeren enthalten ätherisches Öl mit α- und β-Pinen. Wacholder wirkt harntreibend, fördert die Darmtätigkeit und regt die Verdauung an. Er besitzt zudem expektorierende und bronchospasmolytische Eigenschaften. In der Schwangerschaft ist er wegen der möglichen Tonussteigerung des Uterus kontraindiziert. Innerlich wird er bei dyspeptischen Beschwerden und Völlegefühl angewendet, äußerlich bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden.
Anis (Pimpinella anisum)
Anisfrüchte enthalten vor allem das ätherische Öl Anethol. Sie wirken spasmolytisch, karminativ und antibakteriell. Anis hemmt Gärungsprozesse und Gasbildung im Verdauungstrakt. Zudem besitzt er expektorierende Eigenschaften und wird gerne in der Kinderheilkunde verwendet. Kontraindikationen bestehen bei Allergien gegen Anis oder Anethol.
Kümmel (Carum carvi)
Kümmel ist eines der wirksamsten Karminativa. Aufgrund seines ätherischen Öls (Carvon) wirkt er spasmolytisch, appetitanregend, keimhemmend und verdauungsfördernd. Äußerlich wird er bei Säuglingen zur Behandlung von Nabelkoliken eingesetzt, da eine lokale Resorption über die Bauchhaut möglich ist. Kümmelöl besitzt außerdem eine ausgeprägt fungizide Wirkung.
Fenchel (Foeniculum vulgare)
Fenchel enthält ätherische Öle wie Anethol und Fenchon. Er wirkt expektorierend, spasmolytisch, sekretolytisch und blähungslindernd. In der Kinderheilkunde ist Fencheltee oder Fenchelhonig ein klassisches Mittel bei Erkältungen und Verdauungsproblemen.
Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
Die Bibernelle, traditionell in der Volksheilkunde geschätzt, enthält ätherische Öle, Saponine, Cumarine und Furanocumarine. Sie wirkt schleimlösend, auswurffördernd, keimhemmend und verdauungsfördernd. Sie gilt im Präparat „Bio 7 Kräuter“ als Leitpflanze.
Synergistische Wirkweise der Pflanzenkombination
Peter Schwarz betont, dass die Pflanzen in „Bio 7 Kräuter“ sich gegenseitig verstärken. Durch die Kombination aus Bitterstoffen, ätherischen Ölen, karminativen und spasmolytischen Pflanzen entsteht ein ganzheitlicher Verdauungseffekt.
Kasuistiken aus der Praxis
Zwei Fallbeispiele verdeutlichen die Anwendung:
Fall 1: 63-jährige Patientin
Die Patientin litt unter Meteorismus, Flatulenz und Appetitlosigkeit. Nach sechs Wochen Einnahme von dreimal täglich 20 Tropfen „Bio 7 Kräuter“ zeigte sich laut Text eine deutliche Besserung, nach weiteren vier Wochen war sie weitgehend beschwerdefrei.
Fall 2: 78-jähriger Patient
Dieser Patient litt unter ausgeprägter Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Er erhielt dreimal täglich 30 Tropfen des Präparats. Nach acht Wochen kehrte der Appetit zurück, nach weiteren sechs Wochen hatte er sein Ausgangsgewicht wieder erreicht.
Fazit
Peter Schwarz kommt zu dem Schluss, dass sekretionsfördernde Pflanzen bei Verdauungsbeschwerden ein bedeutendes therapeutisches Potenzial besitzen. Angesichts der zunehmenden Zahl von Patienten mit funktionellen Verdauungsproblemen stellt das Präparat „Bio 7 Kräuter“ seiner Ansicht nach ein wirkungsvolles Mittel dar, um Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit zu lindern. Die vorgestellten Heilpflanzen zeigen in Kombination unterschiedliche, sich ergänzende Wirkungen, die gemeinsam zu einer deutlichen Verbesserung der Verdauungsfunktion beitragen können.
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Auszug aus dem Fachartikel vom Autor: Peter Schwarz, Heilpraktiker, Dozent, Autor, D - 79576 Weil am Rhein