Ginseng: Die Wirkung der Heilpflanze im Überblick
Im alten Asien – vor allem in China und Korea – war Ginseng eine beliebte Heilpflanze. Das hat sich bis heute nicht verändert. Ganz im Gegenteil: Aufgrund seiner Wirkung ist Ginseng inzwischen auf der ganzen Welt beliebt. Was Ginseng ist, wie er wirkt und wie Sie am besten davon profitieren, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.
Was ist Ginseng?
Panax ginseng – das ist der lateinische Begriff für Ginseng bzw. den Echten Ginseng. Da er vorwiegend in China und Korea beheimatet ist, war er zunächst im asiatischen Raum gut bekannt. Er ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin und seine Geschichte geht weit zurück – schon seit Jahrtausenden ist seine Wirkung sehr geschätzt.
Heute wird die Heilpflanze rund um den Globus genutzt. Aufgrund der Wirkung von Ginseng kommt er verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Darauf deutet auch sein wissenschaftlicher Name hin: „Panax“ leitet sich vom griechischen Wort „panacea“ ab, was „Allheilmittel“ bedeutet. (1) Das zeigt, wie Ginseng historisch betrachtet wurde. Natürlich ist die Heilpflanze heute nicht für alle Beschwerden geeignet, doch ihre Anwendungsbereiche sind immer noch vielfältig.
In der Medizin wird vorwiegend die Wurzel der Heilpflanze genutzt, da sie die meisten Wirkstoffe enthält. Da die Pflanze recht langsam wächst, wird die Ginsengwurzel erst nach 5 bis 7 Jahren geerntet. Bis dahin konnte sie viele wirkungsvolle Stoffe ausbilden.
Welche Inhaltsstoffe hat Ginseng?
Bekannt ist Ginseng vor allem für seine enthaltenen Ginsenoside. Diese gehören zu den Triterpensaponinen. Nach heutigem Stand der Wissenschaft gibt es mehr als 30 verschiedene Verbindungen dieser Gruppe.
Des Weiteren enthält Ginseng folgende Wirkstoffe:
- Polyacetylene
- Sesquiterpene
- Ätherische Öle
Den Inhaltsstoffen von Ginseng werden antioxidative, antitumorale, antidiabetische, entzündungshemmende, immunregulierende und neuroprotektive Eigenschaften nachgesagt. (2)(3)
Weißer Ginseng vs. roter Ginseng – wo liegen die Unterschiede?
Panax ginseng wird in zwei Arten unterteilt:
- Weißer Ginseng
- Roter Ginseng
Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Verarbeitung nach der Ernte. Roter Ginseng wird durch Dämpfen oder Brühen rötlich gefärbt. Weißer Ginseng hingegen wird einfach gereinigt, geschält und getrocknet. Beide Ginseng-Arten finden in der Medizin Anwendung und kommen als Extrakte in entsprechenden Präparaten zum Einsatz. Die Wirkung von weißem und rotem Ginseng ist sehr ähnlich.
Übrigens gibt es noch weitere Ginseng-Arten. Diese unterscheiden sich in ihrem Ursprung und Wirkprofil:
- Panax quinquefolios: Amerikanischer Ginseng aus Nordamerika mit weniger Ginsenoside; wirkt milder
- Panax notoginseng: Chinesischer Ginseng mit blutstillender Wirkung
Was ist die Wirkung von Ginseng?
Ginseng gilt als sogenanntes Adaptogen. Das bedeutet, dass die Wirkstoffe der Heilpflanze dem menschlichen Körper dabei helfen sollen, besser mit Stress, Erschöpfung oder Belastungen umzugehen.
Deshalb ist das Anwendungsgebiet von Ginseng recht vielfältig. Er wird zur Leistungssteigerung, aber auch wegen seiner ausgleichenden Wirkung auf die Psyche verwendet. (4)(5)
Ginseng und seine Wirkung auf die Psyche
Ginseng wird häufig eingesetzt, um die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken. Deshalb findet er insbesondere bei folgenden Beschwerden Anwendung:
- Stress
- Antriebslosigkeit
- Emotionale Erschöpfung
Doch wie wird die Wirkung von Ginseng auf die Psyche beschrieben? Der Heilpflanze wird nachgesagt, die Stressresistenz zu erhöhen und stimmungsaufhellende Effekte zu haben. Gleichzeitig soll Ginseng die Konzentrationsfähigkeit steigern. (4)(5)
Ginseng für mehr Leistungsfähigkeit
Ginseng wird immer beliebter, um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Gerade bei Konzentrationsstörungen soll die Heilpflanze eine positive Wirkung zeigen:
- Steigerung der Konzentration
- Förderung der Aufmerksamkeit
- Unterstützung der Regeneration nach Belastung
(1)(4)
Ginseng gegen Müdigkeit
Ein weiteres Anwendungsgebiet von Ginseng sind Müdigkeit und chronische Erschöpfung – sogenannte Fatigue. Die Wirkstoffe der Heilpflanze sollen indirekt auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse einwirken – also auf die Teile des Körpers, die vor allem für die Funktion des Hormonsystems zuständig sind. Ginseng soll die regulierte Cortisol-Produktion in den Nebennieren regulieren, wodurch bei Erschöpfung die Stressachse sensibilisiert und Müdigkeit reduziert wird. (6)(7)(8)
Diese Wirkung von Ginseng belegt eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 46 Erwachsenen aus Japan. Die Probanden hatten ein erhöhtes subjektives Müdigkeitsempfinden, waren aber sonst bei guter Gesundheit. Sie erhielten über drei Wochen entweder ein Ginseng-Extrakt oder ein Placebo. Das Ergebnis zeigte: Die Testpersonen, die das echte Präparat erhielten, stellten eine klare Verbesserung ihrer Müdigkeit bzw. Fatigue fest. (8) Diese Studie gibt wichtige Hinweise dafür, dass Ginseng zu mehr Energie und Vitalität beitragen kann.
Die spezielle Wirkung von Ginseng bei Frauen
Vor allem Frauen könnten von der Wirkung von Ginseng profitieren. Er wird nicht ohne Grund in der chinesischen traditionellen Medizin gerade zur Unterstützung der weiblichen Gesundheit eingesetzt. Insbesondere in den Wechseljahren soll Ginseng eine positive Wirkung zeigen:
- Linderung von Hitzewallungen
- Ausgleich von Stimmungsschwankungen
- Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens
Außerdem beschäftigen sich Forscher gerade damit, ob Ginseng einen ausgleichenden Effekt auf den Hormonhaushalt haben könnte. Diese Vermutung liegt nahe, da die enthaltenen Ginsenoside in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen ähneln. (4)
Weitere Wirkungen von Ginseng
Wie bereits erwähnt, galt Ginseng lange als Allheilmittel. Eine positive Wirkung in folgenden Anwendungsgebieten werden der Heilpflanze noch zugeschrieben:
- Erhöhter Blutzucker
- Erektile Dysfunktion
- Libidoverlust
- Fruchtbarkeitsstörungen
- Asthma und andere Atemwegserkrankungen
Zu erwähnen ist hierbei, dass die Wirkung von Ginseng in diesen Gebieten nicht vollständig wissenschaftlich bestätigt ist. Oft basieren sie lediglich auf persönlichen Erfahrungen. (9)
Gleichzeitig wurde in Laborstudien beobachtet, dass Ginsenoside antibakteriell und antiviral wirken könnten. Deshalb wird die Wirkung von Ginseng auf chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Rheuma sehr geschätzt. (10)
Wie wird Ginseng angewendet?
Im chinesischen Raum wird Ginseng häufig als Suppe verabreicht. Weiters gilt Ginseng-Tee in der traditionellen chinesischen Medizin als wirkungsvoll. Inzwischen kommt das Extrakt auch in Shampoos und Kosmetikprodukten zum Einsatz.
Besonders empfehlenswert ist jedoch der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln. Kapseln und Tabletten bieten den großen Vorteil, dass das Ginseng-Extrakt genau dosiert ist. So können Sie viel gezielter von der Wirkung profitieren.
Gibt es Nebenwirkungen von Ginseng?
Für Ginseng-Präparate gibt es eine empfohlene Höchstdosis. Wer diese überschreitet, kann mögliche Nebenwirkungen erfahren:
- Erhöhter Blutdruck
- Schlaflosigkeit
- Verdauungsbeschwerden
Außerdem kann es bei längerer Anwendung zu allergischen Hautreaktionen kommen. Diese verschwinden jedoch wieder, wenn Ginseng abgesetzt wird.
Generell sollte es bei der kontrollierten Einnahme von Ginseng gemäß Packungsbeilage nicht zu Nebenwirkungen kommen. Die Heilpflanze gilt als gut verträglich und sicher. (2)(10)
Fazit
Ginseng wird bereits seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt. Inzwischen wird er weltweit in der Medizin verwendet. Gerade dann, wenn es um die Leistungssteigerung und Konzentrationsförderung geht, gelten Ginseng-Präparate als populäre Wahl. Und Studien deuten an, dass er auch gegen Müdigkeit und Fatigue helfen soll.
Häufig gestellte Fragen zu Ginseng und seiner Wirkung
Was macht Ginseng mit dem Körper?
Ginseng gilt als Adaptogen, was bedeutet, dass er die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern, Stress lindern und Müdigkeit reduzieren soll. Dazu wirkt er indirekt auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse.
Unterstützt Ginseng auch das Immunsystem?
Es wird vermutet, dass Ginseng immunmodulierende Eigenschaften hat und die Abwehrkräfte des Körpers fördert. Allerdings gibt es bislang noch keine aussagekräftigen Studienergebnisse.
Wann tritt die Wirkung von Ginseng ein?
Wie schnell die Wirkung von Ginseng eintritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Darreichungsform, Dosierung und individuelle Aspekte spielen eine Rolle. Man geht jedoch davon aus, dass bei regelmäßiger Einnahme über einen Zeitraum von mehreren Wochen erste Effekte auftreten sollten.
Wer sollte Ginseng nicht einnehmen?
Die Einnahme von Präparaten mit Ginseng-Extrakt sollte vor allem bei folgenden Personengruppen ärztlich abgestimmt werden: Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch wenn Sie bereits Medikamente nehmen, sollten Sie sich vorher von Ihrem Arzt beraten lassen.
Ist die Wirkung von Ginseng wissenschaftlich belegt?
Es gibt Studien, die bei der ersten Einordnung helfen und Hinweise darauf geben, dass Ginseng eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper hat.
Quellen
(1) https://flexikon.doccheck.com/de/Ginseng
(2) https://www.netdoktor.de/heilpflanzen/ginseng/
(3) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378874124008055
(4) https://www.apodiscounter.de/ratgeber/nahrungsergaenzungsmittel/ginseng/
(6) Panossian A et al. Evidence-Based Efficacy of Adaptogens in Fatigue, and Molecular Mechanisms Related to their Stress-Protective Activity. Curr Clin Pharmacol 2009;4(3):198–219.
(7) Gaffney BT et al. The effects of Eleutherococcus senticosus and Panax ginseng on steroidal hormone indices of stress and lymphocyte subset numbers in endurance athletes. Life Sci 2001;70(4):431–42.